Migranten im Leipziger Raum

Stand Ende 2007

Etwa 10% aller in Leipzig wohnenden Personen sind Ausländer oder haben einen Migrationshintergrund. Dies ist erheblich mehr, als im Umland. Die Arbeitslosenquote in diesem Personenkreis beträgt 49,9%. Viele von diesen Personen sind im jugendlichen Alter (bis 26 Jahre), über 2000 Personen gehen in die allgemeinbildende Schulen.

Schon diese statistischen Daten der Stadt Leipzig (Daten 2006/2007) geben Aufschluss über eine große Problemlage.
Im Rahmen einer Maßnahme für Migranten zur Existenzgründung wurden viele Gespräche geführt: Mit Teilnehmern, Unternehmen, Vertretern von Vereinen und religiösen Einrichtungen.
In einer Analyse der Einschätzungen der Betroffenen ergab sich, dass für jugendliche Migranten der Beginn einer beruflichen Ausbildung und deren erfolgreicher Abschluss das Wichtigste ist, um die eigene Zukunft zu sichern.

Nachteile

In sehr vielen Fällen entstehen Nachteile oder oft Chancenlosigkeit bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, auch weil die Möglichkeiten zur Berufsorientierung eingeschränkt sind:

- Durch Sprachbarrieren, Ausgrenzung oder mangelndem Willen zur Integration werden Angebote zur Berufsorientierung in der Schule nicht oder nur teilweise wahrgenommen, oft gibt es kein Wissen zur Wirtschaft der Region und nur sehr selten Kontakte zu Unternehmen.

- In den Unternehmen werden die existierenden Vorbehalte und Vorurteile gegenüber Migranten scheinbar bestätigt: Die ausländisch aussehenden oder mit Akzent sprechenden Jugendlichen sind schlecht informiert oder gering motiviert.

- Auch vorhandene persönliche oder Fachkompetenzen sind für die Jugendlichen im Rahmen der Bewerbung nutzlos, da sie nicht nachgewiesen werden können und Unternehmen kaum zu Experimenten bereit sind.

So werden die Grundlagen geschaffen, dass über die fehlende Ausbildung auch in der nächsten Generation hohe Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit dominieren. Dieser Kreislauf muss durch präventive Maßnahmen unterbrochen werden.

Unsere Projektziele

Im Projekt werden neue Wege zur Deckung des Bedarfs an spezieller, individualisierter Berufsorientierung und Unterstützung bei der Integration in Ausbildung für Jugendliche mit Migrationshintergrund gegangen.

Ziel des Projektes ist die verbesserte Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Arbeit, denn damit werden neben der Grundlage der Existenzsicherung auch die sozialen Beziehungen und gesellschaftliche Anerkennung erreicht.